Im Rahmen der NLP-Trainerausbildung bei Stephan Landsiedel habe ich Dr. Martin Emrich, meinen ehemaligen Coaching-Ausbilder, zu einem Interview gebeten. Martin erzählt, wie er Coach und Coaching-Ausbilder geworden ist, welche Eigenschaften ein Emrich-Coach haben sollte und was angehende Coaches unbedingt beachten sollten, um im hart umkämpften Coaching-Markt erfolgreich zu sein.
In meiner Coaching Ausbildung hatte ich das Glück, gleich 3 verschiedene Ausbilder zu erleben. So konnte ich von mehreren Coaching-Stilen, mehreren Ansichten und mehreren Sichtweisen profitieren.
Einer der drei Ausbilder war Dr. Markus Blaschka. Ich habe ihn gestern in einem Kölner Hotel getroffen und zum Interview geben. Er berichtet über seine Meinung zum Coachingmarkt in Deutschland, gibt Tipps für das Coach-Marketing und verrät außerdem, welches die wichtigsten Erfolgsfaktoren für angehende Coaches sind.
Um professionell als Coach arbeiten zu können, ist ein gewinnendes Auftreten ganz sicher von herausragender Bedeutung. So setzen viele Coaching-Ausbildungen einen Schwerpunkt darauf, den angehenden Coaches
“Verhaltenstricks” beizubringen, wie man als Coach bei den Coaching-Klienten besonders vertrauenserweckend und überzeugend wirkt.
Bei der Ausbildung bei EMRICH Consulting habe ich andere Erfahrungen gemacht. Hier sticht hier mit dem Spaten ein Stück tiefer: Gleich zu Beginn der Ausbildung werden die angehenden Coaches auf die Bedeutsamkeit der eigenen inneren Haltung aufmerksam gemacht. Nur wenn ein Coach wirklich die innere Einstellung “Ich bin ok, Du bist ok” zu sich und zu seinem Klienten hat, kann er echtes Vertrauen aufbauen. Vertrauen wiederum ist die Basis für den Einsatz aller dann möglicherweise folgenden Coaching-Werkzeuge und Interventionen.
Die Fotos zeigen Maurice Angres (ebenfalls ehemaliger Absolvent der Ausbildung) und Dr. Martin Emrich bei der Vermittlung dieser Zusammenhänge im Rahmen ihrer Coaching-Ausbildung.
Am Samstag fand der diesjährige Durchgang der Prüfung der International Coaching Association (ICA) zum “Systemischen Business Coach” statt. Von den 16 Coaches, die zur Prüfung angetreten waren, konnten 13 die Prüfung und damit auch die Ausbildung erfolgreich abschließen. Auch eine Teilnehmerin aus dem letzten Jahrgang konnte dieses Mal mit Bravour bestehen.
Und damit: Herzlichen Glückwunsch den frisch gebackenen Coaches und weiterhin viel Erfolg im Coaching!
Das erste Modul der nächsten Coaching-Ausbildungsrunde findet am 21. und 22. Januar in Stuttgart statt. Alle Infos dazu finden Sie auf der Website von EMRICH Consulting.
Wie die Zeitschrift “wirtschaft + weiterbildung” berichtet, sanken die durchschnittlichen Coaching-Honorare im Jahr 2009 um 8%. Ein Coach verdient im Durchschnitt 145 Euro pro Stunde.
Allerdings erstreckt sich die Bandbreite der Honorare von weniger als 50 Euro bist über 300 Euro. Immerhin können knapp 17% der Coaches über 200 Euro pro Stunde berechnen.
Was Aus- und Weiterbildungen angeht, bevorzugen Coaches Systemische Ausbildungen, gefolgt von eklitischen und NLP-Ausbildungen. Mehr als jeder vierte befragte Coach hat 2009 mindestens 3.000 Euro in seine Weiterbildung investiert.
Besondere Bedeutung kommt der Praxis im Rahmen einer Coaching-Ausbildung zu. Nur theoretisches Wissen führt selten zum Erfolg, im Coaching gilt das in verstärktem Maße. Die Ausbildung bei EMRICH Consulting verfolgt das Ziel, auf mehreren Wegen Praxisbezug in die Ausbildung zu integrieren:
- Praktische Coachings: die Teilnehmer werden angehalten, schon während der Ausbildung kräftig zu coachen. EMRICH Consulting hilft auch regelmäßig dabei, Aufträge zu akquirieren. Immer wieder kommen Rundmails mit interessanten Aufträgen, teilweise sogar recht große Projekte, die mans ich als Coaching-Anfänger auf den ersten Blick gar nicht zutraut. Mit der richtigen Unterstützung lassen sich jedoch auch solche Projekte gut stemmen.
- Praxiserfahrung der Trainer: Da alle drei Trainer seit vielen Jahren als Business Coaches aktiv sind, profitieren die Teilnehmer von den gesammelten Erfahrungen. Die Trainer wissen eigentlich auf jede Frage eine passende Antwort (zumindest ist bei mir keine Frage unbeantwortet geblieben *g*).
- Supervision: während der Ausbildung hat man die Möglichkeit, zu vergünstigten Konditionen Supervisionen zu buchen. Dort geben die Trainer praxisnahes Feedback zu bearbeiteten Projekten und zu Fragen, die immer wieder mal auftauchen können.
Am Freitag hole ich einen Tag der Coaching-Ausbildung nach, den ich letztes Jahr verpasst habe. Um die Teilnahmebescheinigung zu erhalten, muss man 80% der Ausbildungstage besucht haben – also 18 von 22 Tagen. Da ich an einigen Tagen selber Seminare gehalten habe, konnte ich leider an manchen Tagen nicht teilnehmen. Deshalb möchte ich gerne auch die fehlenden Tage nachholen, auch wenn ich sie zum Erwerb der Teilnahmebescheinigung nicht mehr brauche.
Am Freitag und Samstag findet das Modul 2 des diesjährigen Ausbildungsgangs statt. Thema ist Marketing für Coaches, also die Frage, wie Coaches ihr Angebot optimal vermarkten und Klienten gewinnen. Ein sehr interessantes Thema, zumal ich ja im (Online-)Marketing zuhause bin.
Ich hoffe nur, dass ich noch einen Platz bekomme. Die diesjährige Ausbildung ist noch besser besucht als die letztes Jahr
In der Zeitschrift “wirtschaft + weiterbildung”, Ausgabe 11/12_2009 findet sich ein interessanter Artikel zu der Frage, was Unternehmen von einem Business Coach erwarten. Im Rahmen einer Telefonumfrage kam heraus, dass sich die Erwartungen in vier Kategorien und 22 Einzelaspekte aufteilen lassen.
Einige dieser Faktoren sind:
- Transfer: Coaching findet nicht mehr im Verborgenen statt, sondern darf gerne offen kommuniziert werden. Gesteigerter Wert wird auf Transfererfolge gelegt.
- Entwicklung: Das Coaching soll einen Entwicklungsprozess im Unternehmen anstoßen.
- Kompetenzen: Die Kompetenzen des Gecoachten sollen sich als Folge des Coachings entwickeln.
- Flexibilität: Der Coach muss zeitlich flexibel reagieren können und bei Bedarf “parat” stehen.
- Methodenvielfalt: Der Coach soll mehrere Methoden beherrschen und diese passgenau einsetzen.
Alles in allem überrascht keine dieser und der weiteren Anforderungen. Im Rahmen einer guten Coaching-Ausbildung sollten eigentlich all diese Dinge vermittelt und eingeübt werden.
Am Wochenende war das Assessment zum Systemischen Business Coach (ICA). Hier möchte ich ein paar Tipps geben, wie man die Prüfung besteht.
Die Prüfung selber setzt sich aus mehreren Teilen zusammen:
- Anfertigen einer Dokumentation eines Coachings oder Coaching-Prozesses (ca. 3-5 Seiten)
- schriftlicher Test (30 Minuten)
- Demo-Coaching (20 Minuten)
- Fachgespräch (15 Minuten)
Die Dokumentation
Um zur Prüfung zugelassen zu werden, ist eine schriftliche Dokumentation eines Coachings bzw. eines Coaching-Prozesses anzufertigen. Hierfür gibt es Rahmenvorgaben, die unbedingt einzuhalten ist. Wenn man sich hierbei etwas Mühe gibt und einen sauberen Prozess dokumentiert, gibt es eigentlich keine Schwierigkeiten
Der schriftliche Test
Hier kommt man um das Lernen wohl nicht herum. Der Test dauert 30 Minuten und fragt Themen aus der gesamten Ausbildung ab. Der Test besteht aus einer Mischung von offenen Fragen und Multiple-Choice-Aufgaben. Prüflinge müssen im Prinzip alle Inhalte der Ausbildung parat haben. Es kamen sogar Fragen zu Themen dran, die ich nicht erwartet hätte (z.B. Vermarktung als Coach). Die Wiederholungsfragen, die in den einzelnen Modulen enthalten sind, muss man auf jeden Fall beherrschen. Das allein reicht aber nicht aus. Wer sich jedoch die Unterlagen gut eingeprägt hat, wird auch diesen Test bestehen.
Das Demo-Coaching
Im Anschluss an den Test findet ein Demo-Coaching vor Prüfern des ICA statt. Was die Prüfer hier sehen wollen, ist vor allem ein sauberer Aufbau (Einleitung, Ziel-, Auftrags- und Kontextklärung, Interventionen, Abschluss). Natürlich kann in 20 Minuten nur wenig Coaching stattfinden, das wissen auch die Prüfer. Deswegen ist es nicht schlimm, wenn man keinen kompletten Prozess durchziehen kann.
Weiterhin wird gesteigerter Wert darauf gelegt, dass die richtigen Methoden fachlich richtig eingesetzt werden. Wenn man eine spezifisch systemische Methode einsetzt (z.B. Soziogramm), kann das auch nicht schaden (immerhin ist es eine systemische Ausbildung). Wichtig ist, dass die Methoden zum Ziel und zum Auftrag passen.
Die Prüfer achten auch besonders auf die Beziehung zwischen Coach und Klient. Ist genügend Rapport vorhanden? Deshalb sollte man als Prüfling besonders auf Dinge wie Pacing und Leading, aktives Zuhören usw. achten.
Und schließlich, sehr wichtig, darf das Coaching nicht zu direktiv sein. Wenn eine Prüfung nicht bestanden wird, liegt das meistens daran, dass zu wenige offene Fragen gestellt oder zu viele Ratschläge erteilt werden. Dieser Punkt ist deshalb besonders zu beachten.
Das Fachgespräch
Nach dem Coaching findet ein Auswertungsgespräch statt. Hier befragen die Prüfer sowohl den Coach als auch den Klient zu dem vorangegangenen Coaching. Der Coach muss zum Beispiel erklären, warum er welche Methoden eingesetzt hat, wie er den Prozess empfunden hat, wo er Fehler erkannt hat usw. Es können auch Fragen zu der angefertigten Dokumentation kommen, weswegen man sich diese vorher unbedingt noch einmal genau anschauen sollte. Der Prüfling sollte auch auf allgemeine Coaching-Fragen, zum Beispiel, was man persönlich unter einem Systemischen Coaching versteht, gefasst sein.
Wenn man sich an diese Richtlinien hält, sollte es eigentlich nicht allzu schwer fallen, die Prüfung zu bestehen. Was auf jeden Fall hilft, ist:
- regelmäßige Teilnahme an den Ausbildungstagen
- Vor- und Nachbereitung der Inhalte
- hin und wieder mal ein Buch zum Coaching lesen
- aktives Mitmachen an den Übungen während der Ausbildung
- Übungsgruppen bilden zwischen den Modulen
- selber aktiv coachen (z.B. im Freundeskreis, oder auch schon als professioneller Coach)
- vor der Prüfung Zeit zum Lernen einplanen. Eine Woche ist i.d.R. zu wenig, lieber schon 3-4 Wochen vorher anfangen, dann gibt es am Ende auch keinen Stress.
- die Wiederholungsfragen schriftlich beantworten und die Antworten am Tag vor der Prüfung nochmal durcharbeiten.
Bis auf zwei Teilnehmer haben alle Coaching-Azubis (inklusive meiner Wenigkeit
) die Prüfung zum Systemischem Business Coach (ICA) bestanden!
Damit geht ein Jahr Coaching-Ausbildung zu Ende. Die Prüfung war ein angemessener Abschluss: 30 Minuten schriftlicher Test sowie 20 Minuten Live-Coaching mit anschließendem Fach- und Auswertungsgespräch. Leicht wars nicht, aber bei der richtigen Vorbereitung gut machbar.
Ich möchte dann diese Gelegenheit mal nutzen, mich von meinen Mit-Coaches zu verabschieden und ihnen zur bestandenen Prüfung zu gratulieren. Besonderer Dank geht an:
- Martin für die tolle Ausbildung und die Übernachtungsmöglichkeit inkl. köstlichem Frühstück
- Thomas und Markus für die interessanten Ausbildungstage
- Christine dafür, dass Sie mit mir ihren Timeslot getauscht hat! Hast was gut bei mir!
- Johanna für viele lustige Stunden
- und allen anderen, weil die Ausbildung wirklich Spaß gemacht hat!
Den Kandidaten, die dieses Jahr nicht bestanden haben, wünsche ich nächstes Jahr umso mehr Glück!
Diesen Blog werde ich natürlich weiter führen. Zum einen, weil ich noch ein paar versäumte Ausbildungstage nachholen werde, zum anderen, weil es Spaß macht, hier zu schreiben
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