Interview mit dem Coaching-Ausbilder Dr. Martin Emrich

Coaching-Ausbilder Dr. Martin EmrichDr. Emrich bzw. seine Firma EMRICH Consulting ist der Anbieter der Coaching-Ausbildung, die ich besuche und über die ich hier schreibe. Was liegt da näher, als ein Interview mit dem Ausbilder persönlich zu führen? In den kommenden Wochen folgen auch weitere Interviews mit den beiden Co-Ausbildern sowie den anderen Teilnehmern.

In diesem Interview habe ich die Du-Form gewählt, da wir uns in der Ausbildung alle duzen.

Hi Martin. Beschreib doch bitte kurz deinen Werdegang und wie du zum Coaching gekommen bist.

Ich bin promovierter Diplompsychologe und Geschäftsführer der Firma EMRICH Consulting …improving people! Die Firma hab ich 1996 gegründet. Bis zur Jahrtausendwende arbeitete ich vorwiegend als Trainer und Berater. Zwei Faktoren trieben mich dann ganz stark in Richtung Coaching:

  1. Mehr und mehr kamen Ende der neunziger Jahre meine Kunden und Seminarteilnehmer auf mich zu und baten mich direkt, sie durch gezielte Coachings zu unterstützen.
  2. Mir fiel auf, dass ich im Einzelcoaching häufig sehr viel mehr bewegen kann, als in einem Gruppentraining mit 12 oder mehr Teilnehmern. Gerade die Früchte meiner hypnotherapeutischen Ausbildung kommen im Einzelsetting sehr viel besser zum tragen als in Veranstaltungen für Gruppen.

Was war der Auslöser für den Sprung vom Coach zum Coaching-Ausbilder?

Auch dafür gab es genau zwei Auslöser:

  1. Zunächst war ich ja auch viele Jahre Coach und habe selbst zwei gute Coaching-Ausbildungen besucht. Die waren beide hilfreich. Trotzdem dachte ich mir: „Mensch Martin, als promovierter Psychologe kriegst Du sicher eine bessere Ausbildung hin!“ Und das funktionierte! Heute gilt unsere Coaching-Ausbildung als eine der praxisorientiertesten und interaktivsten im deutschsprachigen Raum.
  2. Viele Coaching-Ausbildungen vermitteln primär Coaching-Kompetenz. Das ist in meinen Augen aber nur die halbe Miete. Wir bei EMRICH Consulting unterstützen unsere Teilnehmer auch massiv dabei, an eigene Klienten zu kommen – und zwar schon während, nicht nach Abschluss der Ausbildung.

Was sind für dich die wichtigsten Faktoren einer hochqualitativen Coaching-Ausbildung?

  1. Die Ausbilder sind selbst zertifizierte und erfolgreiche Coaches mit breiter Berufserfahrung im Business-Kontext.
  2. Die Teilnehmer haben im Rahmen der Ausbildung die Möglichkeit, selbst zu coachen.
  3. Integraler Bestandteil der Ausbildung ist es, aufzuzeigen, wie ich als Coach meine Klienten gewinne
  4. Am Ende der Ausbildung steht eine unabhängige Prüfung, in welcher durch ein professionell konstruiertes Assessment Center die de facto Coaching-Kompetenz der Ausbildungs-Teilnehmer objektiv diagnostiziert wird. Diese Prüfung darf selbstverständlich nicht von den Ausbildern durchgeführt werden, wie das leider in vielen Coaching-Ausbildungen bis heute der Fall ist.

Wie schätzt du den Markt für Coaching ein? Worauf sollten frischgebackene Absolventen achten?

Alle mir bekannten Analysen zeigen sehr klar, dass Deutschland ein Wachstumsmarkt für Business-Coaching ist. Mehr und mehr Führungskräfte erkennen den klaren Return-on-Investment, den ihnen Coaching zu Themen wie „Führung“ oder „Work-Life-Balance“ bietet. Frischgebackene Absolventen sollten darauf achten, nicht mit Dumping-Preisen in den Markt einzutreten. Wer in Firmen für 100 Euro pro Stunde coacht, wird mit diesem Honorar vom Top-Management kaum ernst genommen.

Warum hast du dich für Systemisches Coaching entschieden, anstatt für eine andere Form des Coaching? Wo liegt der Vorteil?

Mir persönlich gefällt der Eklektizismus des systemischen Ansatzes. So fand ich sehr viele Elemente meiner früher absolvierten Ausbildungen beim systemischen Coaching wieder: Komponenten des NLP, transaktionsanalytische Vorgehensweisen, bestimmte Formate der klinischen Hypnose, sowie Interventionen aus der kognitiven Therapie passen alle gut unter das „Dach“ des systemischen Ansatzes.

Der besondere Vorteil der systemischen Denkweise ist die ihr innewohnende ganzheitliche Betrachtungsweise. Keine andere „Schule“ betont so klar, dass menschliches Denken, Fühlen und Handeln nur verstanden und verändert werden kann, wenn man sich als Coach klar macht, dass der Klient in unterschiedlichen Systemen (z.B. Firma, Familie,…) lebt und auch der Klient selbst als System mit integrierten Subsystemen (z.B. Herz- Kreislaufsystem, Muskulatur,…) betrachtet werden muss. Und genau durch diese ganzheitliche Sichtweise sind die Werkzeuge des systemischen Coachings in der Praxis so effektiv.

Wie kann ein Teilnehmer einer Coaching-Ausbildung den größtmöglichen Nutzen aus seiner Ausbildung ziehen?

Wichtig ist, dass die Teilnehmer die Angebote und Ermunterungen der Ausbilder, selbst möglichst viele praktische Coaching-Erfahrungen zu sammeln, proaktiv nutzen. Leider gibt es Teilnehmer, die denken, sie müssten erst einmal die Ausbildung abgeschlossen haben, bis sie mit dem Coaching beginnen dürften. Ein fataler Fehler! Denn die Ausbildungsinhalte sind so umfangreich, dass sie jeweils sofort ausprobiert werden müssen, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Es gilt: „Use it, or lose it!“

Und zu guter Letzt: Hast du sonst noch Tipps für die Leser dieses Blogs, die mit dem Gedanken spielen, Coaches zu werden?

Klar, ich kann nur wärmstens unsere Ausbildung zum Systemischen Business Coach (ICA) empfehlen. Wegen sehr großem Zuspruch ist es allerdings erst im Januar 2010 wieder möglich, diese Ausbildung zu starten. Sie dauert dann über 2010 verteilt 22 Tage und schließt im Januar 2011 mit einer international anerkannten Zertifizierung durch die International Coaching Association ab.

Vielen Dank, Martin. Wir sehn uns ja Ende August wieder in Tübingen. Ich freu mich schon auf das kommende Modul 🙂

Mehr Informationen über die Coaching-Ausbildung finden Sie hier in diesem Blog und auf der Website von EMRICH Consulting.

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